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Ob-Irtysh-River Basin: the Youth Studying and Preserving Natural and Cultural Heritage in the Regions of the World´s Great Rivers
Baumpflanzung   Rentiere und Hochhäuser 

Dr. Gerhard Brunner und die Schülerin Christina Schmidt (10. Klasse Bertolt-Brecht-Schule) nahmen als Vertreter der Deutschen UNESCO-Projektschulen an der 5. Internationalen Tagung der UNESCO-Projektschulen "Ob-Irtysh-River Basin: the Youth Studying and Preserving Natural and Cultural Heritage in the Regions of the World´s Great Rivers" in Khanty Mansiysk (Westsibirien) teil.

Mal einen neuen Teil der Welt sehen, sich mit Schülern aus anderen Ländern austauschen – wer sich so etwas wünscht, denkt wohl nicht als Erstes an eine Reise nach Sibirien. Trotz dem haben sich Christina Schmidt und ihr Lehrer Gerhard Brunner von der Nürnberger Bertolt-Brecht-Schule auf den Weg nach Chanty-Mansijsk gemacht. Denn sie stellten die deutsche Delegation bei der 5. internationalen Tagung der Unesco-Projektschulen.

So wird Umweltbewusstsein belohnt: An der Bertolt- Brecht-Schule wird viel für Naturschutz und Nachhaltigkeit getan. Und da die Tagung der Unesco-Projektschulen 2012 unter dem Thema „Natürliches und kulturelles Erbe bewahren" stand, lag es für Biolehrer Gerhard Brunner nahe, sich zu bewerben. Prompt wurde er als deutscher Vertreter ausgewählt. Mit Christina Schmidt aus der 10. Klasse des Gymnasiums war die deutsche Delegation perfekt.


Also ging es für die zwei 5500 Kilometer gen Osten, und Christina hatte Angst: Sie war vorher noch nie geflogen. Außerdem sollte das ganze Programm auf Englisch laufen. „Dabei fällt es mir im Unterricht immer schwer, flüssig auf Englisch zu reden", sagt Christina. Aber anders ging es nicht, schließlich nahmen 150 Schüler und Lehrer aus zehn Nationen teil: Neben Ungarn, Finnen und Slowenen kamen auch Vertreter aus der Mongolei und Tadschikistan.

Doch dann lief alles wie geschmiert: Christina freundete sich noch am ersten Tag mit einer Russin und einer Ungarin an. „Wir haben uns super verstanden und total viel gequatscht." Dabei war die blonde Deutsche sowieso eine Attraktion im Teilnehmerfeld.
„Alle waren sehr interessiert an Deutschland und wollen da mal hin", erzählt Christina.
Gleichzeitig herrschen noch gewaltige Vorurteile. Gerhard Brunner berichtet: „Die russischen Partner hatten absurde Bedenken, dass wir die Niederlage des Zweiten Weltkrieges nicht verschmerzt hätten und noch stolz auf Hitler seien." Also haben Lehrer und Schülerin gebetsmühlenartig wiederholt, dass die allermeisten Deutschen keine Nazis mehr sind.

 

Der eigentliche Schock ereilte die beiden aber am ersten Abend: Sie sollten ihre Präsentation für die Tagung abgeben. Eine Präsentation? Davon hatten sie nichts gewusst. Also stampften sie eben zwei Kurzvorträge aus dem Boden: Der Biolehrer sprach darüber, wie man mit Schülern in Städten Biodiversität erkundet. Die Zehntklässlerin referierte über einen interkulturellen Naturlehrpfad am Dutzendteich, an dem ihre Schule beteiligt war.
„Vor der Präsentation habe ich einen Panikanfall bekommen", erinnert sich Christina. „Ich sollte vor so vielen Menschen auf Englisch reden – unmöglich!" Doch dann kam alles anders. Als sie auf der Bühne stand, hat sie sich „plötz- lich total wohlgefühlt". Auch deshalb ist Christina wohl als eine der „aktivsten Teilnehmer" und mit ihrem Lehrer als „beste Delegation" ausgezeichnet worden.


Neben dem offiziellen Teil blieb viel Zeit, das ehemalige Fischerdorf Chanty-Mansijsk kennenzulernen. „Seit dort jährlich ein Biathlon-Wettkampf stattfindet, ist das sehr modern geworden", berichtet Christina. Viele Häuser – auch das Tagungshotel – sind in Form von Zelten gebaut, in denen die Urvölker lebten. Gleichzeitig ist alles sehr schmutzig. „Da schmeißt jeder seinen Müll weg, wo er gerade steht", erzählt Christina.
Im Rückblick bezeichnet die 16-Jährige die Reise als „aufre gendes Abenteuer". Ihr bleibt die Erkenntnis: Auch wenn Sibirien 5500 Kilometer entfernt ist, so anders leben die Mädels dort gar nicht. Sie hören ähnliche Musik, sehen dieselben Filme im Kino – und tratschen gern über Jungs.

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