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Ludmilla-Realschule: Höchste Spende einer deutschen Schule für „Care“ im vergangenen Jahr

Care SpendenübergabeDie 17-jährige Josephine lebte zusammen mit ihrer Familie in Moyamba, Sierra Leone, bis ihr Vater und ihre Geschwister an Ebola erkrankten. Ebola ist schuld daran, dass Josephine heute Waise ist. Ihr vorübergehendes Zuhause ist das staatliche Krankenhaus in Moyamba. Der tödliche Virus hat ihr die Familie und den Zugang zu Bildung genommen. Sie konnte sehr wichtige Prüfungen nicht ablegen, weil die Schulen in Sierra Leone bis auf weiteres geschlossen sind. Knapp 2500 Menschen ließen bereits ihr Leben. Die Konsequenzen für die betroffene Bevölkerung sind dramatisch. Vor allem die Schwächsten sind betroffen: Kinder, Mütter, Pflegende, alte Menschen. Care Deutschland e.V. hilft in Sierra Leone und Liberia in Zusammenarbeit mit den lokalen Hygiene- und Gesundheitsverantwortlichen, die Bevölkerung über Ebola aufzuklären und die Hygiene und Ernährung in abgelegenen Dörfern zu verbessern und die Ludmilla-Realschule in Bogen hat auf ihrem Weihnachtsmarkt für die Organisation und die notleidenden Menschen in Afrika gesammelt und dadurch die höchste Spende einer deutschen Schule für die Hilfsorganisation im vergangenen Jahr zusammen bekommen.

 

Rund 4700 Euro konnten vergangene Woche an Thomas Knoll, Referent für Ehrenamt und Schulen für Care, übergeben werden. Dieser berichtete über das Schicksal von Josephine, der Situation in Westafrika und den Folgen vor Schülern der Realschule. Er stand ihnen Rede und Antwort, was mit der Spende eigentlich passiert und wohin das Geld fließt. „Zum Schutz vor der tödlichen Epidemie ist Aufklärung in den abgelegenen, dörflichen Regionen jetzt das Wichtigste. Denn viele Menschen kennen dort Ebola noch nicht und wissen nicht, wie sie sich schützen können. Das Ebola-Virus überträgt sich zum Beispiel durch Anhusten, über Speichel, Urin und andere Körperflüssigkeiten. Kinder, die miteinander spielen, Mütter, die Kranke pflegen und Menschen, die keinen Zugang zu gesichertem, sauberem Trinkwasser oder Latrinen haben, sind besonders gefährdet", erklärte Knoll. Wer alles über die Krankheit wisse, die Symptome kenne und wichtige Hygiene-Maßnahmen einhält, könne sich aktiv schützen. Mithilfe seines breiten Netzwerkes an von Care ausgebildeten lokalen Dorf-Gesundheitsberaterinnen verteilt Care in Sierra Leone und Liberia Aufklärungsplakate und Broschüren sowie dringend benötigte Hygienepakete mit Seife, Schutzhandschuhen, Desinfektionsmittel oder Wasserentkeimungslösung, so der Referent. Die Gesundheitsberaterinnen helfen Familien in ihren Dörfern bei der Umsetzung der Hygieneschutzmaßnahmen und reagieren sofort wenn jemand erkrankt. 

 

Care arbeite zudem eng mit Radiostationen und Zeitungen zusammen. Eingängige Slogans und Lieder sollen die wichtigsten Schutzregeln verbreiten. Die von Care angestoßenen Projekte sollen sich mittelfristig finanziell selbst tragen. „Wir kombinieren soziale Projekte mit solchen, die vor Ort auch selbst Einkommen erwirtschaften. Mit diesen Einkünften entsteht ein Kreislauf, in dem ein einmal gespendeter Euro immer wieder für neue Projekte und Menschen in Not zur Verfügung steht", so Knoll. Schulleiter Werner Groß sieht in der Hilfe keine Einbahnstraße. Bedürftigen Menschen zu helfen und für eine würdige Zukunft zu arbeiten sei neben der moralischen Verpflichtung gleichzeitig die Chance, einen Blick für die Menschen Afrikas zu gewinnen. Diese Handeln hänge eng mit Ihrem sozialen Engagement, das Wohl anderer im Auge zu behalten und fürsorglich an die Allgemeinheit zu denken, zusammen. Dem in Not befindlichen Menschen gebe man mit seiner Spende – unabhängig von der Höhe – Sinn. Das betonte auch Thomas Knoll und außerdem stecke im Namen der Hilfsorganisation „Care" die Grundidee sozialen Engagements, denn „Care" komme von „kümmern". Durch die hohe Spende und das Engagement von Schülern, Eltern und Lehrern konnten 940 Hygienesets für Familien angeschafft werden, die drei Monate reichen.