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Über die Grenzen: Schulpartnerschaft der Rudolf-Steiner-Schule Gröbenzell mit rumänischem Gymnasium

Im Rahmen des UNESCO-Projektes der Rudolf-Steiner-Schule Gröbenzell entwickelt sich seit 2014 eine Schulpartnerschaft mit einem Gymnasium in einer Kleinstadt in Siebenbürgen. Odorheiu-Secuiesc liegt geographisch in der Landesmitte Rumäniens, ist aber aufgrund der Siedlungsgeschichte der Stadt mehrheitlich ungarisch geprägt: 80 % der Bevölkerung stammen von den Szeklern ab und sprechen ungarisch als Muttersprache. Das Tamasi-Aron-Gymnasium ist eine Jesuitengründung aus dem Jahr 1593, das heutige Gebäude entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Stil der Wiener Sezession. Mittlerweile ist es sehr baufällig. Insgesamt besuchen rund 800 Schülerinnen und Schüler die Schule. Im Schuljahr 2014/2015 begann die damalige neunte Klasse der Rudolf-Steiner-Schule Gröbenzell einen Briefaustausch mit gleichaltrigen Schülern des Tamasi-Aron-Gymnasiums. 

 

Die ungarischen Rumänen in Gröbenzell

Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern entstand ein Programm für einen ersten Besuch in Rumänien. Die Kinder nahmen sich vor, an dem Thema „Teenageralltag in Bayern und in Siebenbürgen" zu arbeiten, hierbei interessierten sie vor allem die Gemeinsamkeiten und Unterschiede.

Im Vorfeld wurden Arbeitsgruppen zu den verschiedenen Aspekten dieses Themas gebildet. Diese Broschüre demonstriert die Ergebnisse der einzelnen Arbeitsgruppen. Die Interviews mit rumänischen Schülern und einem reformierten Pfarrer sind genau so abgedruckt, wie die Schüler sie dokumentiert haben. So entsteht ein „O-Ton"-Eindruck, den die Schüler einer ausformulierten Reportage vorgezogen haben. 

 

Eine Partnerschaft mit dem Tamási-Áron-Gymnasium fügt sich ausgezeichnet in das UNESCO-Konzept der Rudolf-Steiner-Schule Gröbenzell. Rumänien ist ein europäisches Nachbarland, das durch seine Geschichte stets zu den benachteiligten Gegenden Europas zählte. Nach dem Zusammenbruch des Sozialismus kämpft das Land mit vielen Schwierigkeiten: Korruption, Arbeitslosigkeit, wirtschaftliche Misere. Hinzu kommen viele ethnische Spannungen. Insbesondere die Tatsache, dass OdorheiuSecuiesc eine Stadt mit vielen ethnischen und kulturellen Unterschieden und den dadurch bedingten Spannungen ist (die ungarische Mehrheit steht hier einer kleinen Gruppe von Rumänen und einer am Rande stehenden Gruppe von Roma gegenüber), macht dieses Austausch-Ziel zu einem exemplarischen Ort für gegenwärtige europäische Themen und Konflikte.