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Holocaust-Gedenktag

PlakatAufgrund diverser UNESCO-Aktivitäten der Rudolf Steiner-Schule Nürnberg wurde vor einiger Zeit das UNESCO-Team vom Menschenrechtsbüro der Stadt Nürnberg angesprochen, die Gestaltung des diesjährigen Holocaust-Gedenktages zu übernehmen. In Zusammenarbeit mit Frau Helga Riedel vom Menschenrechtsbüro der Stadt Nürnberg und Herrn Christopher Krieghoff, Dekan der Reformations-Gedächtniskirche, entstand ein Programm, in dem Schüler, Eltern und Lehrer sich gemeinsam mit künstlerischen Darbietungen am 27. Januar 2016 in der Reformations-Gedächtniskirche präsentierten. Auch die Gestaltung des Plakats entstand im Kunstkurs der zwölften Klasse.


Es war eine Premiere: Noch nie zuvor waren Schülerinnen und Schüler unserer Schule mit einer Eurythmieaufführung in der Reformations-Gedächtniskirche aufgetreten. Hell hoben sich die lichten Gewänder vom dunklen Hintergrund ab, als sie zur Musik aus dem Film „Schindlers Liste" und dem Gedicht „Brücke von Mensch zu Mensch" von Otto Heuschele Kirchen-Chorraum und Mittelgang zur Eurythmiebühne machten.


Eingebettet war das Eurythmie-Debut in Gedichtvorträge der Schüler sowie hebräischen Liedern, dargeboten vom Chor der israelitischen Kultusgemeinde. Dessen Vorsitzender, Rudi Ceslanski, schilderte eindrücklich seine Lebensgeschichte während der Zeit des Naziterrors, die er nur dank seiner Emigration nach London überlebt hatte, Vater und Mutter blieben zurück. Er berichtete, wie sein Vater die schlimme Zeit in verschiedenen KZ überlebt hatte – seine Mutter jedoch nicht.
Ein eindrucksvolles Zeitzeugendokument war von Schülern der Klasse 9c erstellt worden: ein Interview mit dem KZ-Überlebenden Ernst Grube. Im Film schildert er seine Befreiung. Im Interview appelliert er, dass es nie wieder sein dürfe, „dass Menschen wegen ihrer Religion ausgegrenzt werden".


Die Vertreterin der Stadt Nürnberg, Stadträtin Dr. Anja Prölß-Kammerer, dankte den Schülerinnen und Schülern der Rudolf Steiner-Schule und würdigte deren „wichtigen Beitrag zu diesem Gedenken". Dekan Christopher Krieghoff betonte, wie wichtig es sei, sich „diesem Kapitel, die Bedeutung des gemeinsamen Erinnerns zu stellen". An die Schüler gewandt, sagte er: „Ihr habt nach Wegen und Formen gesucht, das Gedenken daran zu gestalten. Damit wollt Ihr den Opfern symbolisch die Hand reichen. Dem gilt unser großer Dank!"

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Zum Abschluss der Veranstaltung rahmte Marius Staible (Schüler der Klasse 13b) würdevoll das Schlusswort des Regionalbischoffs, Dr. Stefan Ark Nitsche mit zwei Musikstücken auf dem Akkordeon erhebend und bewegend zugleich ein. Der Abend klang aus mit jüdischer Musik, die Eltern und Lehrer unserer Schule im Umgang der Kirche zu Brot und Wein spielten.