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Schau hin – bring dich ein!

Die Referenten mit Schulleiterin Petra Weindl und Lehrkräften des RTG30 Jahre Tschernobyl: das Regental-Gymnasium veranstaltete einen UNESCO-Projekttag zum Thema Umwelterziehung

 

Hinschauen, sich einbringen, sich engagieren – das sind Tugenden, die im alltäglichen Leben leider oftmals vernachlässigt werden. Gerade wenn es um die Umwelt geht, muss sich das auch so mancher Erwachsene eingestehen. Dass Umwelterziehung und Motivation zum aktiven Umweltschutz nicht immer anstrengend sein müssen, bewiesen vergangene Woche die Schülerinnen und Schüler des Regental-Gymnasiums im Rahmen eines UNESCO-Projekttages, der anlässlich des 30. Jahrestages der Tschernobyl-Katastrophe veranstaltet wurde. Unter der Leitung von Oberstudienrat Bernd Preißer beschäftigten sich die Gymnasiasten bereits im Vorfeld mit den Themen Umwelterziehung und Umweltschutz und vertieften ihre Kenntnisse an einem Projektvormittag.


Station des Abfall-Parcours in der Regental-HalleDas Angebot an Projekten und Tätigkeiten war breit gefächert und entsprechend der Klassenstufen führten die Schülerinnen und Schüler verschiedenste Aktivitäten durch. In der Unterstufe wurde spielerisch an die Werteerziehung herangeführt. So durchliefen die 5. Klassen beispielsweise einen Müll-Parcours, der die Schüler zunächst theoretisch über Müllverwertung und Recycling informierte und bei dem danach dazu passende Bewegungs- und Denkaufgaben gestellt wurden. In einer von der 8. Jahrgangsstufe ansprechend gestalteten Ausstellung über Plastikmüll erfuhren die Schülerinnen der Unterstufe, wie viel schwer abbaubarer Müll sich in Gewässern und Wäldern ansammelt und welche Probleme das für Flora und Fauna mit sich bringt. Dazu wurden im Vorfeld eigene Videos gedreht und Alternativen zu Plastikgegenständen vorgestellt. Die Klasse 7c beteiligte sich an der Aktion „Saubere Landschaft" und sammelte Abfälle auf dem Schulgelände und darüber hinaus, ihre beiden Parallelklassen setzten sich bei einer konsumkritischen Stadtführung durch Regensburg mit dem Thema Müll in unserer Konsumgesellschaft auseinander.
Die achten und neunten Klassen besuchten das Kino in Nittenau. Gezeigt wurde der Dokumentarfilm „10 Milliarden – wie werden wir alle satt?", in dem das Problem der großen Nachfrage an Lebensmitteln weltweit thematisiert wird. Vorbildlich nahmen sich die Schüler von Zuhause wiederverwertbare Behälter für Popcorn mit, um zu zeigen, dass sogar ein Kinobesuch umweltfreundlich gestaltet werden kann. Erweitert wurde die Thematik um das Sachfeld „Neue Energien", im Rahmen dessen den Schülern Führungen durch eine Photovoltaik-Anlage und eine Hackschnitzel-Heizung geboten wurden.

Besonders interessant war der Vormittag für die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9b und 9c. Sie hatten die Gelegenheit, in einem Zeitzeugengespräch mit Frau Natascha Gies, einer aus dem Grenzgebiet zur Ukraine stammenden Weißrussin, hautnah zu erfahren, wie das Unglück von Tschernobyl viele persönliche Schicksale mit sich brachte. Viel Persönlichkeit und emotionale Erzählungen erlebten auch die Schüler der 10. Jahrgangsstufe. Zu ihnen waren der ehemalige Landrat Hans Schuierer sowie der frühere Lehrer des RTG, Dieter Kirpal und Wolfgang Nowak gekommen und berichteten eindrucksvoll, wie sie in den 1980er Jahren als tatkräftige Mitglieder des WAA-Widerstandes gegen die Ansiedlung der Atommüll-Wiederaufbereitungsanlage kämpften. Vor allem der Mut und das Durchhaltevermögen der Widerständler von damals beeindruckten die Jugendlichen sehr. Dass ein Hinschauen und Sich-Einbringen von Erfolg gekrönt sein kann, haben die Aktivisten bewiesen. Doch auch gegen das Vergessen anzukämpfen sei wichtig, so Schuierer, und manchmal auch nicht leicht.


Nicht hingeschaut hingegen wurde bei den Todesmärschen, die kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs im Rahmen der Auflösung vieler Konzentrationslager in Deutschland stattfanden. Auch in der Oberpfalz war dies der Fall, als das KZ Flossenbürg geschlossen wurde. Zu einem Vortrag über diesen historischen Bezug zum Leitthema des Projekttages war Dr. Hans Simon-Pelanda, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft des ehemaligen KZ Flossenbürg, an das RTG eingeladen. Er referierte anschaulich für die 11. Jahrgangsstufe über diese Ereignisse, bei denen die Bevölkerung der Oberpfalz mehr oder weniger gezwungenermaßen nicht eingriff. Hinschauen, sich einbringen, sich engagieren: dass das wichtig ist, haben die Gymnasiasten an diesem Projekttag sicherlich gelernt.

 

Für alle interessierte Schulen: Der Projektplan ist im internen Teil im Ordner "Internat. Projekttag 2016" abgelegt.