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Im Herzen sind wir Mensch – Der Toleranztag 2017 am OG

Wenn man anders als die Mehrheitsgesellschaft ist, wird das meist als Schwäche angesehen. Am diesjährigen Toleranztag am Ostendorfer-Gymnasium am 22. 6. 2017 war das Gegenteil der Fall – hier wurde das „Anderssein" zur Stärke. Mit unserem diesjährigen Motto „Im Herzen sind wir Mensch" betonen wir zudem, dass die Unterschiede, die zwischen uns bestehen, letztlich von keinerlei Bedeutung sind. Ein Tag der Begegnung, an dem jeder, so wie er ist, willkommen geheißen wird und gemeinsam gefeiert wird.
So vielfältig wie wir Menschen sind, so vielfältig war auch unser Workshop-Programm am Nachmittag. Es gab Kurse in Gebärdensprache, einen Workshop zur Fremdenfreundlichkeit des Vereins „Gemeinsam leben und lernen in Europa e.V.". Außerdem konnte man eine Blindenhundestaffel sowie unser Blindencafé besuchen, am Rollstuhlbasketball teilnehmen oder die Kunstausstellung der Lebenshilfe Nürnberg besichtigen. Aktiv austoben konnte man sich zudem noch beim inklusiven Fußballspiel mit Mitarbeitern der Regens Wagner Stiftung oder im Altersanzug erfahren, wie schwer der Alltag im Alter ist. Mit dem Erlös aus dem ebenfalls am Nachmittag veranstalteten Spendenlauf unterstützen wir die „Aktion gegen den Hunger" und deren Brunnenprojekte in Äthiopien.

 

Gebärdendolmetschen  Keller Gang Band   Rollstuhlbasketball   Spendenlauf They dont care about us 
 Gebärdendolmetschen  Keller Gang Band  Rollstuhlbasketball  Spendenlauf  They dont care about us

 

Um 17 Uhr eröffnete die Kellergang-Band der Lebenshilfe Neumarkt zusammen mit Schüler/innen der Klasse 9w1 das Abendprogramm und damit das Herzstück des Toleranztags. Hier stellten sich unsere Partner entweder selbst oder ihre Arbeit dem interessierten Publikum vor. Zum Beispiel berichtete ein syrischer Flüchtling eindrucksvoll und auf Deutsch (!) von seinem langen Weg von Aleppo nach Lauterhofen. Besonders einmalig machte diesen Abend die Gebärdendolmetscherin, die das gesamte Programm synchron in Gebärdensprache übersetzte und damit auch gehörlosen Menschen im Publikum den Besuch ermöglichte. So sieht gelebte Inklusion aus! Ein ganz besonderer emotionaler Höhepunkt war, als die Schülerin Lea Hansen, deren Eltern gehörlos sind, zusammen mit Mitschüler/innen Michael Jacksons „They don't care about us" in Gebärdensprache performte. Für Begeisterung, Staunen und den ein oder anderen erschreckten Schrei sorgte Tameru Zegeye, schnellster Mann auf Krücken und Krückenartist aus Äthiopien. Der gehbehinderte Tameru macht seine vermeintliche Schwäche zum absoluten Show-Knaller und zur Stärke, so war er 2015 auch beim „Supertalent" zu sehen.

 Catering Sea-Eye   Tameru Zegeye
 Catering  Sea-Eye  Tameru Zegeye


Sehr beeindruckend war der Vortrag von zwei Mitarbeiterinnen der Organisation „Sea-Eye e.V.", die mit Freiwilligen auf den Schiffen „Sea-Eye" und „Seefuchs" im Mittelmeer Seenotrettung betreiben und damit jeden Tag das Leben der Menschen retten, die sich in der Hoffnung auf ein besseres oder sicheres Leben der gefährlichen Überfahrt über das Mittelmeer aussetzen.
Dieses bunte Programm gestaltete sich natürlich nicht von allein: Seit Beginn des Schuljahres arbeiteten und bastelten die Klassen 9w1 mit Herrn StRef Stephan Albrecht und die 9w2 mit Herrn LAV Immanuel Kroiß, unterstützt von Herrn StR Schlaht und StRin Busch gemeinsam in unzähligen Stunden am Programm und der Vorbereitung des Tages.
Am Ende dieses Tages müsste auch jedem klar geworden sein, dass wir alle gleich viel wert sind, egal wo wir herkommen, welche Einstellungen wir haben und was wir in unserem Leben erreichen wollen, denn IM HERZEN SIND WIR ALLE MENSCH!