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Feier zum zehnten Jahrestag der Aktion „Bäume für die Menschenrechte“ an der Rudolf Steiner-Schule Nürnberg

Am Mittwoch, den 26.07.2017 feierte die Schulgemeinschaft der Rudolf Steiner-Schule Nürnberg das zehnjährige Bestehen der Aktion „Bäume für Menschenrechte" in Nürnberg und den neunten Geburtstag unseres eigenen Ginkgo-Baumes auf dem Schulhof.
Für die Klassen 8-12 fand eine gemeinsame Veranstaltung im Festsaal statt, in deren Verlauf neben Beiträgen von Schülern und Kollegen, Herr Dr. Lienhard Barz, einer der Mitinitiatoren der Aktion „Bäume für Menschenrechte" der Stadt Nürnberg, zu den Schülern zur Geschichte und zur Situation der Menschrechte in Nürnberg sprach. Zum Abschluss der Veranstaltung wurde ein Film über Aeham Achmad gezeigt, der in Yarmouk, dem palästinensischen Flüchtlingslager in einem Stadtteil der zerbombten Stadt Damaskus, auf den Straßen Klavier gespielt hatte, um den Menschen Freude und Hoffnung zu schenken. Als er damit ins Visier der Djihadisten geriet, musste er fliehen und seine ganze Familie in Yarmouk zurücklassen. Über Umwegen landete er schließlich in einem Flüchtlingslager in Wiesbaden. Mittlerweile durften, dank Familienzusammenführung, auch seine Frau und die beiden Söhne nach Deutschland nachkommen.


Die Klassen 1-7 beschäftigten sich im Klassenverband jeweils mit altersgerechten Variationen des Menschenrechts-Themas und auch mit der Frage, warum die Aktion „Bäume für Menschenrechte" einen Ginkgo als Baum der Menschenrechte ausgewählt hat:
So erzählte eine Klassenlehrerin der zweiten Klasse etwas über das Projekt 7000 Eichen in Kassel von Joseph Beuys und über den Ginkgo auf unserem Schulhof. Im Unterrichtsgespräch erörterte man die Begriffe „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit", verglich Situationen aus der Geschichte und aus anderen Ländern mit der Situation in Deutschland und kam zu dem Schluss, dass man froh sei, heute und hier in Deutschland zu leben, wo die Menschrechte geachtet werden.
Eine dritte Klasse besprach nur ein einziges, sehr wichtiges Menschenrecht, nämlich das Recht auf Bildung. Eine weitere dritte Klasse arbeitete mit ihrer Partnerklasse, einer sechsten Klasse zusammen und sprach über die zehn Kinderrechte. In altersgemischten Arbeitsgruppen entstanden aus verschiedenen Materialien Plakate zu den einzelnen Kinderrechten.
In einer vierten Klasse beschäftigte man sich mit der „Würde des Menschen", die, laut Grundgesetz, „unantastbar" ist und stellte die Frage, wie und in welchen Situationen im Schulalltag diese Würde verletzt werden kann. Schließlich landete man beim Begriff des „mobbing", fragte, wer so etwas schon einmal erlebt habe und wie man dagegen vorgehen kann.
In einer fünften Klasse las man gemeinsam die Menschenrechte in einer speziell für Kinder formulierten Fassung und beschäftigte sich anschließend mit dem Thema, dass diese Rechte auch Pflichten und Verantwortung beinhalteten und dass in vielen Ländern der Welt noch um die Verwirklichung der Menschenrechte gerungen werde. In einer anderen fünften Klasse wurden nach einer Vorbesprechung Arbeitsgruppen gebildet, die eigene Menschenrechte formulierten und danach wurde im Plenum an Fallbeispielen die Problematik der Einhaltung dieser Menschenrechte diskutiert.
Eine sechste Klasse beschäftigte sich in Gruppenarbeit mit den einzelnen Menschen- und Kinderrechten und danach wurden die Rechte der Menschen in Vergangenheit und Gegenwart besprochen.
In den siebten Klassen unternahmen die Lehrerinnen eine vergleichende Darstellung der Menschen- und der Kinderrechte und gingen im Unterrichtsgespräch auch auf die bereits in Geschichte und Französisch erarbeiteten Begriffe von „liberté, égalité, faternité" ein. In Arbeitsgruppen wurden die Ergebnisse des Unterrichtsgesprächs aufgezeichnet.
Geplant war noch ein gemeinsamer Abschluss der gesamten Schulgemeinschaft im Pausenhof, bei dem die Erstklässler Luftballons mit den verschiedensten Menschenrechten, die wiederum andere Schüler geschrieben hatten, aufsteigen lassen wollten. Doch witterungsbedingt fiel dieser letzte gemeinsame Punkt „ins Wasser".